JÜRGEN MARTIN
Facharzt für Chirurgie

Anästhesie und Betäubungsverfahren


örtliche Betäubung
Auswahl Anästhesie und Betäubungsverfahren

Prinzipien der örtlichen Betäubung:

Lokalanästhesie: Das umliegende Gewebe wird mit örtlichem Betäubungsmittel umspritzt; schneller Wirkungseintritt. Schmerzausschaltung 2 bis 16 Stunden.

Oberst-Anästhesie: Ähnlich Lokalanästhesie, kleinste Form der Leitungsanästhesie durch Umspritzen der Nerven an der Finger- oder Zehenwurzel.

Nebenwirkungen:
In sehr seltenen Fällen sind allergische Reaktionen möglich. Sofern nicht in ein größeres Blutgefäß gespritzt wird, bleibt die Wirkung bis zu einer bestimmten Menge auf den lokalen Bereich beschränkt.
 
 
Regionalanästhesie
Auswahl Anästhesie und Betäubungsverfahren

Prinzipien der Regionalanästhesie:

Leitungsanästhesie: Ein peripherer Nerv wird mit örtlichem Betäubungsmittel umspritzt, neben der Oberst-Anästhesie für die Finger und Zehen sind die häufigsten Anwendungen bei Eingriffen an Hand und Fuß, Gesicht, sowie Knie- und Ellenbogengelenk.

Plexusanästhesie: Ein Nervenbündel (= Plexus) wird mit örtlichem Betäubungsmittel umspritzt. Typischerweise als Armplexus in der Achselhöhle oder oberhalb des Schlüsselbeins, sowie als Steißbeinplexus bei Eingriffen am Darmausgang. Die volle Wirkung tritt nach ca. 20 bis 30 Minuten ein und hält 1 bis 4 Stunden an. Im Gegensatz zur örtlichen Betäubung wird nicht nur das Schmerzempfinden, sondern auch die Muskulatur der Region betäubt. Der Arm ist also nicht nur taub, sondern auch lahm.

iv.-Regionalanästhesie: Ein örtliches Betäubungsmittel wird nach Abbinden des Oberarms (mittels Druckmanschette) in die Armvene gespritzt. Schnelle Wirkung, diese hält ca. 1 bis 2 Stunden an.

Rückenmarksnahe Betäubung: Das örtliche Betäubungsmittel wird an die Nervenwurzel oder an das Rückenmark gespritzt, vorzugsweise im Bereich der Lendenwirbelsäule (= Peridural-Anästhesie oder Spinal-Anästhesie). Die volle Wirkung entfaltet sich nach ca. 20 bis 30 Minuten und hält dann ca. 1 bis 4 Stunden an.

Nebenwirkungen:
In sehr seltenen Fällen sind allergische Reaktionen oder Verletzungen des Nervs möglich. Gelegentlich leichte Kreislaufwirkungen. Sofern nicht in ein größeres Blutgefäß gespritzt wird, sind keine allgemeinen Wirkungen auf den Körper zu befürchten.
 
 
Vollnarkose
Auswahl Anästhesie und Betäubungsverfahren

Prinzipien der Vollnarkose:

Ein Betäubungsmittel wird eingespritzt oder / und eingeatmet, was zur kompletten Betäubung und Schmerzfreiheit des Körpers führt. Für wenige Minuten kann die Maskennarkose eingesetzt werden, bei längerer Dauer Atmung über eine Rachenmaske, die für den Patienten unbemerkt hinter die Zunge gelegt wird. Die frühere Atmung über einen Tubus, der durch Nase oder Mund in die Luftröhre geschoben wird, wird heute weniger angewendet, vor allem noch bei Lagerung des Patienten auf dem Bauch oder der Seite oder bei Eingriffen in der Mund- und Rachenhöhle.
Nebenwirkungen:
Gelegentlich ist mit Kreislaufwirkungen, sowie mit Übelkeit und Erbrechen zu rechnen.


zurück zur Homepage

© 2004 eye print